Training unter Pandemie-Bedingungen bei der SGM-ABI

Seit der vergangenen Woche dürfen Kinder unter 15 Jahren in Gruppen bis zu 20 Personen + dem Trainerteam unter freiem Himmel trainieren. Zeitgleich steigt die Inzidenz der Infektionen wieder an. Die sogenannte „dritte Welle“ hat begonnen.

Bei ABI (TGV Eintracht Beilstein, SC Ilsfeld und SC Abstatt) haben wir mit dem Training für diese Altersgruppen wieder gestartet. Das bedeutet, dass z.B. bei den D-Junioren sich zwar mehr als 20 Kinder auf dem Sportplatz befinden, die Gruppengröße von 20 Kindern + Trainerteam jedoch nicht überschritten wird.

Ich möchte betonen, dass wir uns genau an die Vorgaben halten. Die Gruppengröße wird eingehalten, die Kinder kommen umgezogen auf den Sportplatz, alle Teilnehmer werden registriert, die Eltern sind nicht auf dem Sportplatz, Kabinen und Toiletten werden nicht benutzt. Die Anfahrt und das Abholen der Kinder sind geregelt (dies ist den Vorgaben überhaupt nicht berücksichtigt!).

Die Ansteckungsgefahr mit Covid ist bei Sport unter freiem Himmel nach Ansicht nahezu aller Experten äußerst gering. Das liegt daran, dass die Kontaktzeiten sehr kurz sind und auch die Aerosole unter freiem Himmel sich zum Glück rasch verflüchtigen. Daher ist das Risiko für die Kinder und Betreuer, sich bei unserem Training mit Corona zu infizieren, sehr gering (siehe https://www.dw.com/de/faktencheck-coronavirus-infektionsgefahr-im-freien/a-56770832 ). 

 

 

Die Kinder sind und bleiben die großen Verlierer dieser Pandemie. Während vielerorts über die Öffnung der Geschäfte und den Urlaub im Sommer diskutiert wird, wird bei den Kindern jeder Gang in die Normalität als größte Herausforderung empfunden. Dabei geht es häufig nicht um den Schutz von Kindern sondern erneut um den der Erwachsenen. Ursächlich waren und sind es bei den Ausbrüchen in Schulen und Kitas mehrheitlich Erwachsene, die sich nicht an die Regeln gehalten haben und die Kinder angesteckt haben. Die psychischen Folgen für die Kinder werden zunehmend sichtbar – auch hier im Bottwartal. Dies kann ich als Kinder- und Jugendarzt in eigener Praxis täglich beobachten. Schule ist eben nicht nur Wissensvermittlung, es ist der soziale Schmelztiegel für die Kinder- und Jugendlichen. Hier wird für das Leben gelernt. Und wenn wir Erwachsene die derzeitige Situation mit den Kontaktbeschränkungen als schwierig empfinden, wie geht es dann erst unseren Kindern? Zumal viele Kinder eben nicht einen so stabilen Freundes- und Bekanntenkreis haben wie die meisten Erwachsenen. Die meisten sind noch auf der Suche. Kontaktbeschränkung heißt dann bei vielen: Keine Kontakte! Die Erwachsenen möchte ich sehen, die das problemlos aushalten.

Der Sport ist eine der wichtigsten Betätigungen für Kinder- und Jugendliche. Bewegung wird gelernt und verkümmert bei Nichttätigkeit. Körperliche Bewegung in Gemeinschaft motiviert, regt an, stärkt Konzentration und geistige Beweglichkeit und nebenbei noch die Gesundheit. Wir Erwachsenen mögen uns noch aufraffen, uns alleine zu bewegen. Doch Hand aufs Herz: Machen wir das wirklich konsequent?

Wir sind sehr dankbar, dass in der Politik langsam die Erkenntnis reift, dass Sport für die Kinder einer der wichtigsten präventiven Faktoren ist.  Daher wurde den Vereinen erlaubt, unter bestimmten Bedingungen Sport mit Kindern auszuüben.

 

Ich möchte betonen, dass sich täglich deutlich mehr Menschen zeitgleich in einem nahegelegenen Einkaufsmarkt in einem geschlossenen Gebäude aufhalten als Kinder für 90 min auf dem Sportplatz unter freiem Himmel.

 

Wichtig ist, dass sich alle drei Vereine, die sich bei ABI beteiligen, genau an die Vorschriften halten und dies in enger Abstimmung mit dem zuständigen Ordnungsamt.

Ich bin kein Corona-Leugner oder Verharmloser. Im Gegenteil: Ich nehme diese Pandemie sehr ernst.

Ich bin überzeugt, dass wir erst dann diese Pandemie hinter uns lassen können, wenn wir alle geimpft sind. Solange müssen wir uns gedulden.

Auf der anderen Seite geht das Leben weiter, auch das Leben unserer Kinder. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, den Kindern etwas Normalität zurückzugeben, dann sollten wir diese nutzen. Wir sollten uns alle daran erfreuen. Die Kinder sind so dankbar, dass sie wieder trainieren können. Ich kann jetzt nur für den Fußball sprechen. Das gilt aber auch für die anderen Sportarten. Es ist nicht nur wichtig, Konzepte zu entwickeln, wie wir schnell wieder einkaufen gehen können. Wichtiger ist es, Konzepte für die Sportarten zu entwickeln, die eben nicht wie der Fußball oder die Leichtathletik ihren Sport dauerhaft draußen absolvieren können. Ich möchte an die Handballer erinnern, oder auch an die Schwimmer. Die große Anzahl der Nichtschwimmer unter den Kindern macht mir große Sorgen.

Liebe Erwachsene! Freuen Sie sich, wenn Sie Kinder auf dem Sportplatz sehen. Und übernehmen Sie Verantwortung und lassen Sie sich impfen! Für Kinder gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Egal ob Astra, Biontech, Moderna, Johnson oder welcher Impfstoff zusätzlich zugelassen wird. Es ist die einzige Chance, die Pandemie zu beenden!

 

Dr. med. Martin Kimmig

Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Sportarzt

 

Vorsitzender ABI- Kinder- und Jugendfußball e.V.

 

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Trainingszeiten:

D-Junioren (Jahrgänge 2008 und 2009):

Dienstags von 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

Mittwochs von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Freitags von 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

(Ort wird kurzfristig über die SpielerPlus-App bekannt gegeben).

 

Mädchenfußball – Training in Ilsfeld, Sportgelände

E-Juniorinnen:

Mittwochs von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr

D-Juniorinnen:

Montags und donnerstags von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr

 

–          Alle Trainingsteilnehmer müssen sich schriftlich anmelden. Kinder, die nicht zum Training angemeldet sind, können nicht am Training teilnehmen.

–          Es ist selbstverständlich, dass alle Trainingsteilnehmer, gesund zum Training kommen.

–          Die Fahrt zum Training sollte möglichst mit dem Fahrrad erfolgen. In den Fällen, in denen eine Fahrgemeinschaft nicht zu vermeiden ist, tragen die Mitfahrenden alle einen medizinischen MNS.

–          Die Spieler kommen schon umgezogen zum Training. Kabinen und auch die Toiletten bleiben geschlossen.

 

Martin Kimmig, Sprecher ABI – Kinder- und Jugendfußball